„Über Geld spricht man nicht.“
Diesen Satz kenne ich nur zu gut. Und ich wette, du hast ihn auch schon mal gehört. Vielleicht von Kollegen, von Bekannten oder einfach so nebenbei.
Klingt harmlos. Aber genau solche Sätze prägen unser Money Mindset, oft viel mehr, als uns bewusst ist.
Im letzten Beitrag ging es darum, wie deine Gedanken deine Entscheidungen beeinflussen. Und ich hab dir versprochen: Beim Geld reden unsere Gedanken besonders gern mit. Ob wir uns etwas gönnen. Ob wir sparen. Ob wir uns trauen, mehr Gehalt oder einen fairen Preis zu verlangen.
Heute schauen wir uns deshalb an, was ein Money Mindset überhaupt ist, woran du deins erkennst und warum es so einen großen Einfluss darauf hat, wie du mit Geld umgehst.
Was ist money mindset?
Ganz einfach gesagt: Dein Money Mindset ist deine innere Haltung zu Geld.
Also alles, was du über Geld denkst, fühlst und glaubst. Darüber, wie man Geld verdient. Ob du es verdienst. Ob Geld etwas Gutes ist oder eher etwas, bei dem man aufpassen muss. Und ob genug davon da ist.
Wichtig dabei: Dein Money Mindset hat erst mal nichts damit zu tun, wie viel Geld du gerade auf dem Konto hast. Es gibt Menschen mit wenig Geld, die ganz entspannt damit umgehen. Und Menschen mit viel Geld, die trotzdem ständig Angst haben, dass es nicht reicht.
Es geht also nicht um die Zahl auf deinem Kontoauszug. Es geht um die Gedanken, die du dabei hast, wenn du draufschaust. Oder wenn du lieber gar nicht erst draufschaust.
mein eigener weg mit dem thema geld
Ich bin ehrlich mit dir: Ich hatte lange Probleme mit Geld.
Dabei haben wir bei uns zu Hause sogar über Geld gesprochen. Aber überall sonst hieß es immer: „Über Geld spricht man nicht.“ Und irgendwie ist dieser Satz trotzdem hängen geblieben. Dazu kam, dass ich lange keine Ahnung hatte, wie Geld eigentlich funktioniert.
Ende zwanzig habe ich 40 Stunden die Woche gearbeitet. Und trotzdem hat das Geld nie gereicht. Am Ende des Monats musste ich meine Mutter nach Geld fragen. Es gab sogar Tage, an denen ich mich krankmelden musste, weil ich mir das Tanken nicht mehr leisten konnte und nicht zur Arbeit kam. Und auf mein Konto zu schauen? Davor hatte ich richtig Angst.
Und dann war da noch ein Gedanke, den ich lange für die Wahrheit gehalten habe: „Viel Geld verdienen nur die, die studiert haben. Oder die einfach Glück im Leben hatten.“
Und weißt du, was das Tückische an so einem Gedanken ist? Wenn Geld nur etwas für Studierte und Glückspilze ist, dann scheint es ja auch keinen Grund zu geben, sich näher damit zu beschäftigen. Thema erledigt.
Heute sehe ich das ganz anders. Für mich ist Geld Energie. Und ich glaube fest daran, dass jeder Geld verdienen kann, nicht nur die mit dem richtigen Abschluss oder dem großen Glück.
Was ich mit Energie meine, erkläre ich dir weiter unten. Aber vorher schauen wir uns an, woran du im Alltag merkst, ob dein Money Mindset dich ausbremst oder unterstützt.
woran du ein blockierendes money mindset im alltag erkennst
Ein Money Mindset, das dich ausbremst, zeigt sich selten in großen Momenten. Sondern in ganz vielen kleinen. Vielleicht erkennst du dich in dem einen oder anderen Punkt wieder:
Du schaust lieber nicht so genau hin. Der Kontoauszug bleibt ungeöffnet, die App bleibt zu. Lieber nicht wissen, dann muss man sich auch nicht schlecht fühlen.
Du hast ein schlechtes Gewissen, wenn du dir etwas gönnst. Selbst bei Kleinigkeiten fühlt sich Geld für dich selbst irgendwie falsch an. Für die Familie oder andere geht es leichter.
Über Geld zu reden ist dir unangenehm. Nach mehr Gehalt fragen? Deinen Preis nennen? Da wird dir ganz anders, und du wirst plötzlich ganz klein.
Du machst dich kleiner, als du bist. Wenn du selbstständig bist, setzt du deine Preise lieber niedriger an, damit sich bloß keiner beschwert. Und wenn du angestellt bist, nimmst du das erste Angebot, ohne nachzufragen.
Du hast ein komisches Gefühl bei Menschen mit viel Geld. Du traust ihnen nicht so richtig über den Weg. Irgendwo im Hinterkopf denkst du: So viel Geld kann man doch gar nicht auf ehrliche Weise verdienen.
Keiner dieser Punkte heißt, dass mit dir etwas nicht stimmt. Es heißt nur, dass da Gedanken über Geld in dir arbeiten, die du dir vielleicht noch nie genauer angeschaut hast.
Und wie sieht es aus, wenn dein Money Mindset dich unterstützt? Dann schaust du auf dein Konto, ohne dass dir mulmig wird. Du gönnst dir etwas und freust dich einfach darüber. Du nennst deinen Preis, ohne dich dafür zu entschuldigen. Und wenn andere Erfolg haben, denkst du nicht „Die hat bestimmt Glück gehabt“, sondern „Schön, dass das möglich ist“.
Wichtig ist: Die meisten von uns haben ein bisschen von beidem. Es geht nicht darum, dich in eine Schublade zu stecken, sondern darum zu sehen, wo du gerade stehst.
warum dein money mindset deinen umgang mit geld beeinflusst
Erinnerst du dich an den letzten Beitrag? Unsere Gedanken entscheiden oft schon mit, bevor wir überhaupt richtig nachdenken. Beim Geld ist das genauso.
Die österreichische Sparkasse beschreibt das in ihrem Ratgeber zum Money Mindset sehr treffend: Deine Handlungen beginnen im Kopf, und vieles in Bezug auf Geld ist wie eine selbsterfüllende Prophezeiung.
Ein Beispiel: Wenn du glaubst, dass du sowieso nie mehr verdienen wirst, fragst du auch nicht nach einer Gehaltserhöhung. Du bewirbst dich nicht auf die bessere Stelle. Du startest das Projekt nicht, von dem du schon so lange träumst. Und am Ende verdienst du tatsächlich nicht mehr. Und dein Gedanke fühlt sich bestätigt.
Mein Satz „Viel Geld verdienen nur Studierte oder Glückspilze“ hat sich lange wie eine Tatsache angefühlt. Dabei war es nur ein Gedanke. Aber genau solche Gedanken halten die Tür zu neuen Möglichkeiten zu, ohne dass wir es merken. Das ist die Macht von deinem Money Mindset.
knappheit oder fülle. zwei arten,über geld zu denken
Beim Money Mindset unterscheidet man oft zwischen zwei Grundhaltungen.
Das Knappheitsdenken sagt: Es ist nie genug da. Geld ist schwer zu bekommen und schnell wieder weg. Ich muss festhalten, was ich habe. Wer so denkt, fühlt sich beim Thema Geld oft angespannt, gestresst und hat das Gefühl, ständig zu verlieren.
Das Fülledenken sagt: Es gibt Möglichkeiten. Geld kann kommen und gehen, und es kann auch wieder neues kommen. Wer so denkt, schaut eher, was möglich ist, statt nur auf das, was fehlt.
Das hat übrigens nichts mit Träumerei zu tun. Fülledenken heißt nicht, sein Geld unüberlegt auszugeben. Es heißt nur, dass du nicht dauerhaft aus der Angst heraus entscheidest. Und das ist ein riesiger Unterschied.
Vielleicht erinnert dich das ein bisschen an meinen Beitrag über Fixed Mindset und Growth Mindset. Da geht es um etwas ganz Ähnliches: Siehst du deine Lage als festgelegt an, oder siehst du, dass sich etwas entwickeln kann?
geld ist energie: was ich damit meine
Jetzt zu dem Satz, der mein Money Mindset so verändert hat: Geld ist Energie.
Vielleicht fragst du dich jetzt, was ich damit genau meine. Ich erkläre es dir.
Geld steht nie still. Es fließt. Du bekommst Geld, weil du etwas gibst: deine Zeit, dein Wissen, deine Arbeit, deine Ideen. Und du gibst Geld weiter, wenn du etwas bekommst, das dir wichtig ist. Geld ist also ein ständiger Austausch.
Die amerikanische Autorin Lynne Twist vergleicht Geld deshalb mit Wasser: Solange es fließt, nährt es. Wenn es festgehalten wird, steht es still. Ein schönes Bild, oder?
Wenn ich Geld so sehe, verliert es für mich viel von seinem Schrecken. Es ist nicht mehr dieses große, unerreichbare Ding, das nur bestimmte Menschen haben dürfen. Sondern etwas, das in Bewegung ist. Und an dem jeder teilhaben kann.
Und ganz wichtig: Ein gutes Money Mindset ersetzt kein Wissen über Geld. Ich hatte ja lange keine Ahnung, wie Geld funktioniert. Und genau das war ein Teil des Problems. Deshalb gehört für mich beides zusammen: die richtige Haltung im Kopf und das Wissen, was man mit Geld eigentlich anfangen kann.
ein erster kleiner schritt für dein money mindset
Du musst heute noch nichts verändern. Aber ich lade dich zu einer kleinen Beobachtung ein.
Achte eine Woche lang einfach mal darauf, wie du über Geld sprichst und denkst. Welche Sätze kommen dir in den Kopf, wenn du an der Kasse stehst, eine Rechnung bekommst oder jemand anderes von seinem Gehalt erzählt? Welches Gefühl kommt dabei hoch?
Schreib dir die Sätze auf, die dir auffallen. Ohne sie zu bewerten.
Du wirst wahrscheinlich staunen, wie viel dein Kopf zum Thema Geld so zu sagen hat. Und genau mit diesen Sätzen arbeiten wir in den nächsten Beiträgen weiter.
fazit: dein money mindset ist der anfang
Dein Money Mindset ist deine innere Haltung zu Geld. Es entscheidet mit, ob du dir etwas gönnst, ob du nach mehr fragst und ob du dir überhaupt zutraust, mehr zu verdienen.
Die gute Nachricht: Diese Haltung ist nicht in Stein gemeißelt. Ich bin selbst das beste Beispiel dafür. Von „Über Geld spricht man nicht“ und „Viel Geld ist nur was für Studierte“ zu „Geld ist Energie und jeder kann es verdienen“ war es ein Weg. Aber einer, der sich gelohnt hat.
Es geht nicht darum, dass du über Nacht reich wirst. Es geht darum, dass du dich beim Thema Geld nicht mehr klein fühlst.
Wie geht es weiter?
Wenn du die kleine Übung ausprobierst, sind dir vielleicht schon ein paar Sätze aufgefallen. Sätze wie „Geld verdirbt den Charakter“ oder „Das können wir uns nicht leisten“.
Genau darum geht es im nächsten Beitrag: 5 typische negative Glaubenssätze über Geld. Und was sie in deinem Alltag anrichten, ohne dass du es merkst.
Bis bald,
deine Lizanne
Häufige Fragen zum Thema Money Mindset
Was bedeutet Money Mindset einfach erklärt?
Money Mindset ist deine innere Haltung zu Geld. Also deine Gedanken, Gefühle und Überzeugungen darüber, wie man Geld verdient, ausgibt und behält.
Woher kommt mein Money Mindset?
Meistens aus der Kindheit. Aus dem, was in deiner Familie über Geld gesagt wurde, oder auch aus dem, worüber eben nicht gesprochen wurde. Später kommen eigene Erfahrungen dazu.
Wie merke ich, ob ich ein negatives Money Mindset habe?
Achte darauf, wie du dich beim Thema Geld fühlst. Wenn du lieber nicht auf dein Konto schaust, ein schlechtes Gewissen beim Gönnen hast oder dir das Reden über Geld unangenehm ist, steckt oft ein negatives Money Mindset dahinter, das dich ausbremst.
Werde ich mit einem guten Money Mindset automatisch reich?
Nein. Ein gutes Money Mindset ist kein Zaubertrick. Aber es sorgt dafür, dass du Möglichkeiten überhaupt erst siehst und dich traust, sie zu nutzen. Dazu gehört auch, dass du dir Wissen über Geld aneignest.
Kann ich mein Money Mindset verändern?
Ja, auf jeden Fall. Der erste Schritt ist, deine Gedanken über Geld zu bemerken. Wie es danach weitergeht, zeige ich dir Schritt für Schritt in den nächsten Beiträgen.
Über die Autorin
Ich bin Lizanne, Mindset Coach und Mama. Auf meinem Blog geht es um alles, was im Kopf beginnt: dein Mindset, dein Umgang mit Geld und die Kraft der Manifestation. Ich weiß, wie es sich anfühlt, sich selbst im Weg zu stehen, und genau deshalb schreibe ich so, wie ich es mir früher gewünscht hätte: wie eine Freundin, die dir ehrlich erzählt, was wirklich hilft. Für Frauen, die spüren, dass in ihnen mehr steckt.
