Kann man sein Mindset verändern?
Ja, kann man.
Und das ist für mich eigentlich die schönste Nachricht an diesem ganzen Thema.
In den letzten Beiträgen hab ich dir erzählt, was Mindset überhaupt bedeutet, woher unsere Glaubenssätze kommen und warum positives Denken allein nicht reicht. Vielleicht hast du dich dabei irgendwann gefragt: Schön und gut, aber kann ich denn mein Mindset ändern? Oder bin ich halt einfach so?
Genau darum geht’s heute. Nicht um das Ob, sondern um das Wie.
Und damit du nicht enttäuscht bist, gleich vorweg: Es funktioniert nicht so, dass du morgens drei schöne Sätze sagst und ab da ein anderer Mensch bist. Aber es funktioniert. Versprochen.
Mindset verändern heißt nicht, dich zu verbiegen
Wenn du dein Mindset verändern willst, heißt das nicht, dass du dich komplett umkrempeln musst.
Vielleicht bist du eher vorsichtig. Vielleicht brauchst du länger für Entscheidungen. Vielleicht bist du sensibel und machst dir viele Gedanken.
Das alles darf bleiben. Das bist du.
Was sich verändern darf, sind die Gedanken, die dich immer wieder ausbremsen. Und vor allem, wie viel Macht sie über dich haben.
Der Zweifel wird wahrscheinlich nicht komplett verschwinden. Aber er muss nicht mehr das letzte Wort haben.
Warum alte Gedanken so Hartnäckig sind
Ich erklär dir das mal mit einem Bild, das mir selbst total geholfen hat. Stell dir eine Wiese vor.

Wenn du jeden Tag denselben Weg darüber läufst, entsteht irgendwann ein Trampelpfad. Das Gras ist platt, der Weg ist bequem, du musst gar nicht mehr nachdenken, wo du langgehst.
Genau so ist es mit deinen Gedanken. Ein Gedanke, den du seit Jahren immer wieder denkst, ist wie so ein Trampelpfad in deinem Kopf. Dein Gehirn nimmt ihn automatisch, weil er am einfachsten ist.
Wenn du jetzt einen neuen Gedanken denken willst, ist das wie ein Weg durch hohes Gras. Anstrengend. Ungewohnt. Und du merkst ständig, wie dich deine Füße wieder zum alten Pfad ziehen wollen.
Das heißt aber nicht, dass du es nicht kannst. Es heißt nur, dass der neue Weg noch nicht ausgetreten ist.
Und das Schöne: Unser Gehirn kann sich tatsächlich ein Leben lang verändern. Je öfter du den neuen Weg gehst, desto leichter wird er. Und der alte Pfad wächst langsam wieder zu. Genau deshalb braucht es Zeit, wenn du dein Mindset verändern willst.
erwisch dich selbst
Bevor du einen neuen Weg gehen kannst, musst du erst mal merken, dass du gerade wieder auf dem alten bist.
Und das ist gar nicht so einfach, weil diese alten Gedanken so schnell sind. Irgendwas passiert und zack, ist das Kopfkino schon im vollen Gange.
Du schreibst jemandem eine Nachricht, und die Person antwortet stundenlang nicht. Und in deinem Kopf läuft schon: „Hab ich was Falsches gesagt? Ist die sauer auf mich?“ Dabei hat sie vielleicht einfach nur ihr Handy in der Tasche vergessen.
Hier hilft mir ein kleiner Trick. Sag dir nicht:
„Sie ist sauer auf mich.“
Sondern:
„Ich denke gerade, dass Sie sauer auf mich ist.“
Klingt nach einem winzigen Unterschied. Aber probier es mal aus. Plötzlich ist da ein bisschen Abstand zwischen dir und dem Gedanken. Du bist nicht mehr mitten drin, sondern schaust kurz von außen drauf. Und genau in diesem Moment kannst du entscheiden, ob du den alten Pfad weitergehst oder nicht.
erfahrungen sind stärker als jeder vorsatz
Du kannst dir hundertmal vornehmen, mutiger zu sein. Dein Kopf wird dir trotzdem erst glauben, wenn er einen Beweis bekommt.
Und diesen Beweis bekommst du nur durch Erfahrungen.
Solange du etwas vermeidest, kann dein alter Gedanke munter weiter behaupten, dass es sowieso schiefgeht. Er hat ja keinen Gegenbeweis.
Aber sobald du es einmal machst, hat dein Gehirn etwas Neues in der Hand. Vielleicht lief es gut. Vielleicht war es gar nicht so schlimm, wie du dachtest. Vielleicht war es auch nicht perfekt, aber du hast es überlebt.
Und beim nächsten Mal sagt da eine kleine Stimme: „Hey, das hast du schon mal geschafft.“
Jede neue Erfahrung ist wie ein Schritt auf dem neuen Weg durch die Wiese.
wiederholungen macht den neuen weg frei
Ein einziges Mal reicht natürlich nicht. Ein Trampelpfad entsteht ja auch nicht, weil du einmal drüber läufst.
Vielleicht reagierst du zehnmal genauso wie früher. Beim elften Mal hältst du kurz inne. Beim zwölften Mal reagierst du ein bisschen anders. Und irgendwann merkst du: „Früher hätte mich das total aus der Bahn geworfen.“
Das kannst du im Alltag ganz gezielt üben. Hier ist mein Lieblingstipp dafür:
Finde drei gute Dinge
Wenn dir etwas Blödes passiert, such dir drei Dinge, die trotzdem gut daran sind.
Ein Beispiel: Du bist sowieso schon spät dran, weil du gleich zu einem Treffen musst. Und dann kleckerst du dir Marmelade aufs Shirt.
Der alte Pfad sagt sofort: „Typisch. Das passiert immer nur mir.“
Stattdessen könntest du dir sagen:
„Ein Glück hab ich noch ein anderes Shirt, das ich anziehen kann.“
„Ein Glück ist mir das zu Hause passiert und nicht unterwegs.“
„Ein Glück hab ich es jetzt gemerkt und nicht erst, als ich schon beim Treffen saß.“
Das Shirt ist danach immer noch voller Marmelade. Und du darfst dich auch kurz ärgern. Aber wenn du das immer wieder machst, passiert etwas Spannendes: Dein Kopf fängt irgendwann von ganz allein an, auch nach dem Guten zu suchen. Nicht, weil du dir etwas schönredest. Sondern weil du den neuen Weg oft genug gegangen bist.
rückfälle gehören dazu
Und jetzt kommt etwas, das mir echt wichtig ist.
Es wird Tage geben, an denen du wieder voll auf dem alten Pfad landest. Du reagierst genauso wie vor einem Jahr und denkst dir danach: „Na super. Hat ja alles nichts gebracht.“
Doch. Hat es.
Ein Rückfall heißt nicht, dass du wieder bei null bist. Der neue Weg ist ja nicht weg, nur weil du einmal den alten genommen hast. Gerade an stressigen oder müden Tagen greift unser Gehirn einfach gerne auf das zurück, was es am besten kennt.
Das Wichtigste ist, wie du danach mit dir redest. Statt dich fertigzumachen, versuch es mal mit: „Ups, da war ich wohl wieder auf dem alten Pfad.“
Mehr nicht. Kein Drama, keine Selbstvorwürfe. Einfach merken und beim nächsten Mal wieder den neuen Weg probieren.
dein umfeld geht den weg mit
Wir schauen beim Thema Mindset oft nur auf unseren eigenen Kopf. Dabei spielt es eine große Rolle, mit wem und womit du dich jeden Tag umgibst.
Wenn Menschen um dich herum jede Idee sofort schlechtreden, wird es viel schwerer, einen neuen Weg zu gehen. Das heißt nicht, dass alle immer deiner Meinung sein müssen. Aber achte mal darauf, wie du dich nach bestimmten Gesprächen fühlst. Hast du danach Lust, etwas anzupacken? Oder fühlst du dich plötzlich klein?
Das gilt genauso für alles, was du liest, hörst und anschaust. Du musst nichts radikal aus deinem Leben streichen. Aber du darfst bewusster aussuchen, was du jeden Tag in deinen Kopf lässt.
kleine veränderungen bemerken
Wir wollen immer die große Veränderung. Mehr Selbstbewusstsein, mehr Mut, weniger Zweifel. Am besten sofort.
Dabei passiert Veränderung oft ganz leise. So leise, dass wir sie übersehen.
Du sagst deine Meinung, obwohl du sie früher runtergeschluckt hättest. Du sagst Nein, obwohl du Angst hast, jemanden zu enttäuschen. Du brauchst nach einer Kritik nicht mehr drei Tage, um dich zu erholen, sondern nur noch einen Abend.
Deshalb hab ich noch einen kleinen Tipp für dich: Schreib dir abends kurz einen Moment auf, in dem du heute ein bisschen anders reagiert hast als früher. Auch wenn er noch so klein ist.
Nach ein paar Wochen liest du dir das durch und merkst: Wow, da hat sich ja wirklich was getan. Und das motiviert unglaublich, weiterzumachen.
so fängst du an, dein mindset zu verändern
Du musst nicht alles auf einmal ändern. Such dir eine einzige Situation aus, in der du immer wieder gleich reagierst und dich darüber ärgerst.
Achte ein paar Tage darauf, welcher Gedanke dort jedes Mal auftaucht. Sag ihn dir mit „Ich denke gerade, dass…“ vor. Und dann überleg dir eine kleine Sache, die du beim nächsten Mal anders machen möchtest. Nur eine.
Das ist dein erster Schritt auf dem neuen Weg.
fazit: ja, du kannst dein mindset verändern
Kann man sein Mindset wirklich verändern?
Ja.
Dein Denken ist nicht in Stein gemeißelt. Die alten Gedanken sind nur Wege, die du sehr oft gegangen bist. Und neue Wege kannst du dir jederzeit anlegen.
Am Anfang ist das anstrengend. Du wirst stolpern, du wirst manchmal wieder auf dem alten Pfad landen, und es wird Tage geben, an denen du denkst, dass sich gar nichts tut.
Aber mit jedem Schritt wird der neue Weg ein bisschen breiter. Und irgendwann merkst du, dass du ihn ganz selbstverständlich gehst.
Du musst dafür nicht perfekt sein. Du musst nur immer wieder losgehen.
Und wenn du dich jetzt fragst, warum du in manchen Momenten trotzdem immer wieder gleich entscheidest, obwohl du es eigentlich anders willst: Genau darum geht es im nächsten Beitrag. Da schauen wir uns an, wie deine Gedanken deine Entscheidungen beeinflussen, oft ganz still im Hintergrund, ohne dass du es überhaupt merkst.
Bis bald,
deine Lizanne
Wie lange dauert es, sein Mindset zu verändern?
Das ist bei jedem ganz unterschiedlich. Es hängt davon ab, wie lange du einen Gedanken schon mit dir rumträgst und wie oft du übst. Erste kleine Veränderungen merkst du oft schon nach ein paar Wochen. Bis sich ein neuer Weg ganz selbstverständlich anfühlt, braucht es meistens länger. Wichtig ist nicht das Tempo, sondern dass du dranbleibst.
Was ist der erste Schritt, um mein Mindset zu verändern?
Bemerken. Bevor du etwas verändern kannst, musst du erst mal merken, welcher Gedanke da gerade in deinem Kopf läuft. Ein guter Trick ist der Satz „Ich denke gerade, dass…“. Damit bekommst du ein bisschen Abstand zu deinen Gedanken.
Was mache ich, wenn ich wieder in alte Muster falle?
Erst mal gar nichts Dramatisches. Rückfälle gehören einfach dazu, gerade an stressigen oder müden Tagen. Sag dir „Ups, da war ich wohl wieder auf dem alten Pfad“ und probier es beim nächsten Mal wieder anders. Ein Rückfall heißt nicht, dass du wieder bei null bist.
Reicht positives Denken, um mein Mindset zu verändern?
Nein. Positives Denken kann ein guter Anfang sein, aber verändern tut sich erst etwas, wenn du auch neue Erfahrungen machst. Warum das so ist, erkläre ich dir in meinem Beitrag „Warum positives Denken allein dein Leben nicht verändert“.
Kann ich mein Mindset auch alleine verändern?
Ja, viele Schritte kannst du ganz alleine gehen, zum Beispiel mit den Tipps aus diesem Beitrag. Manchmal sitzen alte Gedanken aber so tief, dass es leichter ist, wenn dich jemand dabei begleitet. Wenn du dir dabei Unterstützung wünschst, schreib mir gerne.
Über die Autorin
Ich bin Lizanne, Mindset Coach und Mama. Auf meinem Blog geht es um alles, was im Kopf beginnt: dein Mindset, dein Umgang mit Geld und die Kraft der Manifestation. Ich weiß, wie es sich anfühlt, sich selbst im Weg zu stehen, und genau deshalb schreibe ich so, wie ich es mir früher gewünscht hätte: wie eine Freundin, die dir ehrlich erzählt, was wirklich hilft. Für Frauen, die spüren, dass in ihnen mehr steckt.
