Warum positives Denken allein dein Leben nicht verändert

Lizanne Eggert, Blogbild zum Thema positives Denken: Schönreden verändert nichts

„Du musst positiv denken.“
„Du musst dankbar sein.“
„Du musst an das Gute glauben.“ Na, wie oft hast du diese Sätze schon gehört? Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen. Und versteh mich nicht falsch. Ich finde das alles wirklich wichtig. Sonst würde ich mich ja nicht jeden Tag mit Mindset beschäftigen. Aber ich muss dir trotzdem etwas sagen, das vielleicht nicht jeder gerne hört:

Positives Denken allein verändert dein Leben nicht.

Du kannst dir jeden Morgen vor dem Spiegel sagen, dass heute ein toller Tag wird. Du kannst dir deine Ziele in dein schönstes Notizbuch schreiben und dir ausmalen, wie dein Leben in ein paar Jahren aussieht. Aber wenn du danach wieder genau das Gleiche machst wie immer? Dann bleibt meistens auch alles, wie es ist. Veränderung fängt im Kopf an. Da bin ich mir sicher. Aber sie hört dort eben nicht auf.

Was Positives Denken eigentlich ist

Positives Denken heißt für mich nicht, alles rosarot zu sehen. Und schon gar nicht, so zu tun, als wäre alles super, obwohl es das gerade nicht ist. Es heißt einfach, nicht sofort vom Schlimmsten auszugehen. Wenn mal etwas schiefgeht, kannst du denken:

„Na toll. Jetzt ist alles kaputt.“

Oder du fragst dich:

„Okay. Und was mache ich jetzt?“

Die Situation ist in beiden Fällen genau dieselbe. Aber wie du dich dabei fühlst, ist ein himmelweiter Unterschied, oder? Genau da kann positives Denken richtig helfen. Es sorgt dafür, dass du nicht nur auf das Problem starrst, sondern auch mal die Möglichkeiten siehst, die daneben liegen.

Warum positives denken dir trotzdem hilft

Ich erzähl dir mal was von mir. Früher hatte ich bei fast allem, was ich mir vorgenommen habe, sofort diesen einen Gedanken:

„Wer bin ich denn, dass ich das mache? Das können andere doch viel besser.“

Kennst du das? Und dann? Dann bin ich weggelaufen. Nicht wirklich natürlich, aber ich hab Sachen einfach gar nicht erst angefangen. Hab abgesagt, bevor ich es überhaupt probiert hatte. Wenn ich heute darüber nachdenke, hab ich dadurch bestimmt die eine oder andere Chance verpasst.

Und genau das machen unsere Gedanken mit uns. Wenn du schon vorher überzeugt bist, dass es schiefgeht, gehst du ganz anders an die Sache ran. Unsicherer. Verkrampfter. Oder eben gar nicht. Eine positivere Haltung klingt dagegen so:

„Keine Ahnung, ob das klappt. Aber ich probier’s einfach mal.“

Merkst du den Unterschied? Genau das kann positives Denken. Es macht dir Mut und hilft dir, nicht gleich beim ersten Zweifel stehen zu bleiben. Aber, und jetzt kommt das große Aber, es hat auch seine Grenzen.

wenn positives denken plötzlich druck macht

Schwierig wird es nämlich dann, wenn wir glauben, wir müssten immer gut drauf sein. Vielleicht kennst du solche Sprüche:

„Du musst nur deine Gedanken ändern.“
„Denk bloß nicht an das Negative.“
„Halt deine Energie hoch!“

Klingt ja erst mal nett. Aber ganz ehrlich? Auf Dauer ist das richtig anstrengend. Denn was ist mit den Tagen, an denen du einfach traurig bist? Oder Angst hast? Oder so wütend bist, dass du am liebsten in ein Kissen schreien würdest? Dann hast du plötzlich zwei Probleme. Das eigentliche Gefühl. Und dazu noch den Gedanken:

„Ich dürfte mich eigentlich gar nicht so fühlen.“

Und da sag ich ganz klar: Nein. Davon halte ich gar nichts. Dafür gibt es sogar einen Namen: toxische Positivität. Also dieser Anspruch, dass nur gute Gefühle erlaubt sind.

Fake positives denken oder echtes Gefühl ?

Und hier kommt ein Unterschied, der mir echt am Herzen liegt. Es gibt positives Denken, das du wirklich fühlst. Und es gibt positives Denken, das du dir nur einredest.

Fake positives Denken ist, wenn du innerlich kochst, aber nach außen lächelst und sagst: „Alles gut, passt schon!“ Obwohl gar nichts gut ist. Du packst ein hübsches Schleifchen um ein Gefühl, das eigentlich ganz anders aussieht. Das kostet unglaublich viel Kraft. Und ehrlich gesagt glaubst du es dir selbst ja auch nicht.

Und weißt du, warum das so ist? Dein Unterbewusstsein merkt ganz genau, wie du dich wirklich fühlst. Du kannst dir hundertmal sagen „Alles ist gut“, aber wenn du innerlich angespannt bist, spürt dein Körper das trotzdem. Der Knoten im Bauch bleibt. Die Schultern bleiben oben. Die Unruhe bleibt. Dein Kopf sagt das eine, dein Gefühl sagt etwas ganz anderes. Und meistens glaubst du am Ende dem Gefühl.

Deshalb bringt es so wenig, sich etwas nur einzureden. Du kannst dein Unterbewusstsein nicht austricksen. Aber du kannst ehrlich zu ihm sein. Echtes positives Denken fühlt sich ganz anders an. Da merkst du in dem Moment wirklich, dass da auch etwas Gutes ist. Nicht, weil du es dir krampfhaft einreden musst, sondern weil es sich stimmig anfühlt. Oft kommt das erst, nachdem du dem blöden Gefühl kurz Raum gegeben hast.

Ein guter Test ist die Frage: „Glaube ich das gerade wirklich oder sage ich es nur, damit ich mich nicht schlecht fühlen muss?“

Wenn du es nur sagst, ist das völlig okay. Dann ist es vielleicht einfach noch nicht dran. Dann darfst du erst mal ehrlich zugeben, dass es dir gerade nicht gut geht. Das echte positive Gefühl kommt dann oft ganz von allein.

Du darfst dich auch mal schlecht fühlen

Wirklich. Du darfst schlechte Tage haben. Du darfst genervt sein. Du darfst zweifeln. Und du darfst auch mal sagen:

„Ich hab heute einfach keinen Bock mehr.“

Das heißt nicht, dass mit deinem Mindset etwas nicht stimmt. Das heißt nur, dass du ein Mensch bist. Gefühle sind kein Fehler, den du so schnell wie möglich reparieren musst. Manchmal wollen sie einfach nur da sein dürfen. Wenn etwas nicht so läuft wie geplant, darfst du enttäuscht sein. Wenn eine große Entscheidung vor dir liegt, darfst du Angst haben. Das ist völlig normal. Für mich heißt persönliche Entwicklung nicht, irgendwann nie mehr etwas Negatives zu fühlen. Sondern besser damit umgehen zu können.

warum gedanken alleine nicht reichen

Stell dir mal vor, du willst schon ewig etwas verändern. Vielleicht im Job. Vielleicht träumst du davon, dich selbstständig zu machen. Oder du willst endlich mehr von dir zeigen und dir etwas Eigenes aufbauen. Du kannst dir jeden Abend vorstellen, wie schön das wäre. Du kannst fest daran glauben und dir sagen:

„Ich schaff das!“

Aber irgendwann kommt der Moment, wo du einfach machen musst. Die Bewerbung abschicken. Die erste Nachricht schreiben. Den ersten Schritt gehen. Ich weiß genau, wie sich das anfühlt. Bevor ich diesen Blog gestartet habe, hab ich mir ewig die Websites und Texte von anderen angeschaut und gedacht: „So gut wie bei denen wird das bei mir doch nie.“

Irgendwann hab ich angefangen, anders über mich zu denken. „Vielleicht kann ich das ja doch.“ Das war ein wichtiger Anfang. Aber ganz ehrlich? Von diesem Gedanken allein stand noch kein einziges Wort auf meiner Website. Dafür musste ich mich hinsetzen, schreiben und irgendwann auf „Veröffentlichen“ drücken. Mit klopfendem Herzen. Und genau deshalb liest du das hier gerade. Sich etwas vorzustellen ist halt viel gemütlicher, als wirklich loszugehen. Das geht uns allen so.

ohne entscheidung keine veränderung

Ich glaube, fast jede Veränderung fängt mit einer Entscheidung an. Und die fühlt sich leider nicht immer gut an. Mal hast du Angst. Mal weißt du nicht, ob du richtig liegst. Und am liebsten hättest du vorher eine Garantie, dass alles gut geht. Die gibt es aber leider fast nie.

Wenn du wartest, bis du dir hundertprozentig sicher bist, wartest du vielleicht ewig.

Positives Denken kann dir den Schubs geben, den ersten Schritt zu wagen. Aber gehen musst du ihn selbst. Das kann dir keiner abnehmen. Und genau das ist für mich der Unterschied zwischen:

„Ich wünsch mir, dass sich was ändert.“

und

„Ich fang jetzt an, etwas zu ändern.“

an dich glauben und trotzdem zweifeln ? geht!

Das hier ist mir echt wichtig.

Du kannst an dich glauben und trotzdem zweifeln. Du kannst dich auf etwas freuen und gleichzeitig totalen Bammel davor haben. Du kannst wissen, dass du auf dem richtigen Weg bist, und trotzdem Tage haben, an denen du alles in Frage stellst.

Das passt alles zusammen. Ehrlich.

Wir sind ja keine Roboter, die man einmal auf „positiv“ stellt und dann läuft das für immer. In meiner Ausbildung zur Mindset Coachin hab ich gelernt, dass ein gutes Mindset ein Prozess ist. Das passiert nicht über Nacht. Und das hat mich ehrlich gesagt ziemlich erleichtert. Es gibt Tage, da fühlst du dich unbesiegbar. Und dann kommt ein blöder Kommentar und zack, ist alles wieder da.

Das ist okay. Es geht nicht darum, dass Zweifel nie wieder auftauchen. Es geht darum, was du danach machst.

wenn du dir gerade etwas schönredest

Manchmal merkst du vielleicht selbst, dass du dir eine Sache gerade krampfhaft schönredest. Dann hilft es, mal ganz ehrlich zu dir zu sein. So wie eine gute Freundin es auch wäre.

Frag dich zum Beispiel:

Wie geht es mir gerade wirklich?
Was nervt mich eigentlich?
Was davon kann ich ändern?
Was liegt gerade nicht in meiner Hand?
Welche Entscheidung schiebe ich schon viel zu lange vor mir her?

Und dann die wichtigste Frage von allen:

Was wäre jetzt ein kleiner, echter Schritt?

Nicht der perfekte. Nicht der riesige Schritt, der dein ganzes Leben auf den Kopf stellt. Einfach nur der nächste. Vielleicht ein Anruf. Eine Nachricht. Ein bisschen googeln. Oder du gibst erst mal ehrlich zu, dass du etwas gar nicht mehr willst. Auch das ist ein Schritt. Und manchmal sogar der mutigste von allen.

fazit: positives denken ist der anfang,nicht das ende

Positives Denken ist toll. Wirklich. Es macht Mut, zeigt dir neue Möglichkeiten und bewahrt dich davor, immer gleich das Schlimmste zu erwarten. Aber positives Denken allein verändert noch kein Leben.

Du musst nicht jeden negativen Gedanken sofort wegmachen. Du musst deine Gefühle nicht runterschlucken. Und du musst schon gar nicht jeden Tag strahlend durch die Welt laufen.

Für mich fängt echtes positives Denken da an, wo du aufhörst, dir selbst etwas vorzumachen. Wo du ehrlich sagst: „So geht’s mir gerade. Und so will ich das nicht mehr.“ Und dann nicht nur daran glaubst, dass es besser wird, sondern auch wirklich etwas dafür tust.

Denn zwischen deinem Wunsch und deiner Veränderung liegt fast immer noch eine Sache.

Machen.

Vielleicht fängt dein nächster Schritt also nicht damit an, dir einzureden, dass alles wunderbar ist. Sondern mit diesem Satz:

„Es ist gerade nicht gut. Und das darf es auch sein. Aber so bleiben muss es nicht.“

Und glaub mir, das ist so viel stärker als jedes erzwungene Lächeln.

Über die Autorin
Ich bin Lizanne, Mindset Coach und Mama. Auf meinem Blog geht es um alles, was im Kopf beginnt: dein Mindset, dein Umgang mit Geld und die Kraft der Manifestation. Ich weiß, wie es sich anfühlt, sich selbst im Weg zu stehen, und genau deshalb schreibe ich so, wie ich es mir früher gewünscht hätte: wie eine Freundin, die dir ehrlich erzählt, was wirklich hilft. Für Frauen, die spüren, dass in ihnen mehr steckt.

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